22.8.07

Aktse, März, Notizen von unterwegs

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Und dann muß ich noch von den Wasserfällen aus hellblauem Eis berichten, die in den schwarzen Felswänden hängen. Irgendwo, himmelwärts, fallen sie ewig, in Stille.

Und von den Fichten.


Besonders wenn man alleine ist, die eigene Spur sich im diesigen Weiß, im dunstigen Grau verwischt und man lange in dieses sich zusammenschließende grau-weiße Nichts hineingefahren ist, dann ist die erste Fichte, die auftaucht, schemenhaft, dunkel, ein Anker, eine Rettung in der fast haltlos gewordenen Weite. Man fährt darauf zu, sieht dichtes Dunkelgrün wirklich, leibhaftig werden, sieht eine schützende Mulde am Stamm, überdacht von weit gebreiteten Zweigen. Das Weiß wird weicher, der Wind läßt nach, der Fichtenwald schließt sich um einen. Von trockenen Zweigen hängt schwarze Flechte, aus den Stämmen tropft Harz. Massives Leben umgibt einen, trotz allem.

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(Bergtundra, S. 332)


21.8.07

Aktse, März, Notizen von unterwegs

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Aber näher noch als der Mond war mir sein Licht.

In der Grube aus Schnee, vom Schlafsack, vom Biwaksack dicht umhüllt, öffne ich aus dem Halbschlaf heraus die Augen und sehe in reinweißes Glimmen, in tiefweißes Glühen, in schimmerndes lichtes Weiß, aus dessen heller Tiefe blendendweiße Lichterfunken zerstieben.

Vor mir pulsierte die Schneewand im Licht des Mondes, Elfenlicht war auf die Erde niedergestiegen, farblos und rein.

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(Bergtundra, S. 331)

20.8.07

Aktse, März, Notizen von unterwegs

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In den Nächten ist die Stille manchmal so dicht, daß man in den Ohren das Rauschen des eigenen Blutes zu hören, das Schlagen des eigenen Herzens zu fühlen vermeint und sich darüber zu verwundern beginnt: Eine solche eigenwillige kleine Lebendigkeit dort in einem!

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(Bergtundra, S. 332)

16.8.07

Aktse, März, Notizen von Unterwegs

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Die letzten 3 Tage fort gewesen ...

...am Fuß einer großen Fichte geschlafen, neben mir die Spur vom Gulo gulo, der Felsenkatze, dem Vielfraß, dem Järv: tief eingedrückte, überhandgroße Tatzenspuren mit schmaler Ferse und langen Krallen...

Man tut nicht viel, wenn man so – in den Tiefen des Schlafsacks vergraben – sich in die eisigen Falten des Landes schmiegt. Im Warmen geborgen sieht man zu, wie der Tag vergeht. Sieht, wie der Dämmer steigt, die Nacht beginnt, und trotzdem immer noch vom Licht ein Schimmer im Schnee verbleibt. Um einen sind Schatten, Konturen, dunkle Leiber, helle Flächen...

Am Grund, in der lichten Grube geborgen, hört man, wie über einem die Zweige aufbrausen. Ein dumpfes Grollen entsteht im Dunkel des Waldes, fährt hoch in der Ferne himmelwärts und vergeht in der Weite und beginnt wieder aufs neue von unten heraufzuschwellen...

Am grauen Stamm der Fichte, an den goldbraun hervortretenden Wurzeln, schmiegt man sich in die Körperwärme, in den schützenden Schnee, und hört der Bewegung ringsherum zu: Dem nahen und fernen Flüstern und Knacken. Dem langsam beginnenden, alles umfassenden Tönen...

Es kann auch sein, daß man des Nachts wieder einmal die Augen öffnet, und dann ist über einem ein kaltes und weißes Licht, zerfetzt und verdüstert von Wolkengrau.

Und irgendwann – wann? – fährt man aus der Tiefe des Schlafes auf:Ein jäher, raumergreifender Schlag war im Land, ein dumpfes, gewalttätiges Dröhnen, das abrupt in sich selber erstickte. Dort, an der Steilwand, die über dem Wald ragt, wird eine Lawine niedergegangen sein.

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(Bergtundra, S. 326...)






13.8.07

Aktse, 10 März

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Auf der freien Fläche des Deltas steht der N/W-Wind mit unverminderter Kraft, peitscht den Schnee auf, reißt ihn davon.

Weiße Fontänen aus Schnee leuchten in flüchtiger Sonne auf, wandern über den Grund, fauchen weiß hoch hinauf, umschließen einen, ziehen sirrend und huschend weiter davon.

Man geht mit dem Sturm, wird von ihm getrieben, dreht sich ein wenig zur Seite, will gegen die Strömung, wankt in jäh verstärkten Böen, kämpft sich gegen unstet-beständigen Druck voran, rutscht auf den Hügeln nach hinten.

Es dröhnt in den Ohren, die Welt um einen verschwimmt. In jede Ritze der Kleidung, die man nicht sorgfältig verschlossen hat, greift es eiskalt hinein, tausend Hände zerren und Stimmen kreischen.


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(Bergtundra, S. 319)

Aktse, 7. März

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Heute sah ich, wie aus dem Nichts der Wind entstand.

Erst war es, auf der weißen Fläche des Hügels, nur ein flüchtiger Wirbelkreis, feiner Neuschnee stob in der Höhe davon.

Dann hob von unten ein sanftes Rauschen an, murmelndes Dröhnen, Vibrieren begann und stieg über dem Wald auf: Schnee zerstiebt von den Fichten. In den Astgabeln der Birken zerplatzen einzelne Schneetuffs, Schneebrocken legen sich still auf das weiche Weiße darunter.

Dann war der Wind überall, floß als eine geschlossene Masse von Luft über das Land, aber noch sacht.

Später fuhr von den Dächern fauchend der Schnee, trieb es den losen Neuschnee von unten davon.

Der Wind hatte jetzt eine Stimme bekommen, er sang, wenn man in ihm ging, und um die Kanten der Hütten war in den Böen ein dumpf aufheulender Ton.

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(Bergtundra, S. 312)





9.8.07

15. Juni / Gurttejohka

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Im eisigen Wind, neben blühender Blauheide gekauert, sah ich dem Balztanz des Schneehuhns zu. Erst die schnelle Bewegung des Fliegens, im Bogen aufsteigend, steil wieder herunterfallend. Dann die schwarzweiße, eisige Federpracht über der braunen Zwergstrauchheide: Aufgerichtet, versteift, den Hals nach vorne gestreckt, den Schwanz auseinandergefächert, zeigt der Vogel seine Begierde.

Auf der Vidda, unter tiefhängendem Wolkennebel, im eisigen Sprühregen, wo in den Seen und Tümpeln noch Eis schwimmt und Schneefelder ein fließendes Muster bilden, war ich und sah Mornellregenpfeifer ziehen. Sie flogen zu dritt und jagten sich dahin und dorthin. Zarte, aufrechte Wesen sind mit mir auf der Welt, apricotfarben blüht ihre Brust herauf, und ihr schwarzweißer Scheitel ist kühn geschwungen. Aus ernsten Augen, so scheint es, schaut über der flaumweich vertieften Farbe der handgroße Vogel dich an.

Im Zelt, irgendwann einmal in der Nacht – oder war es schon Morgen? – auf die Geräusche des Landes gehört. Vom Quellwasserfall steigt dichtes Brausen und Sausen auf. In ihm entstehen freundliche helle wispernde Stimmen, singendes Fauchen fährt vom Wind darüberhin, und dann, wie eine Handvoll silbriger Eisnadeln geworfen, beginnender Regen.

Und auf der Vidda treibt das Licht unbeständig wechselnde Spiele, gleißende Helligkeit, streifende Wärme, eisiges Dämmergrau.

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(Bergtundra, S. 51)



8.8.07

Stadt

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Es gab Endlosmauern aus Beton, in denen sich immer wieder die Abdrücke von Brettern wiederholten.

Es gab Mauern aus Metall, in Kästen eingeteilt und aufgebaut.

Es gab welche aus rosarotem Sandstein, scharfkantig behauen und weich-bröselig angewittert, und welche, die aus Papierschichten zusammengeklebt waren, eine über der anderen, bunt gekrümmt.

Und Mauern gab es, um nur einige noch zu nennen, auf denen Glassplitter in einem erstarrten Betonbrei steckten, und welche, auf denen lagen die Kratzer- und Filzstiftspuren, die Tesafilmecken und Fetzen von aufgeklebten und wieder abgerissenen bedruckten Seiten, die alten Kaugummis und Brandspuren so dicht, daß sie den Untergrund fast ganz bedeckten, und andere, die waren so widerständig, daß nur dicke Ölfarbe und der Schmutz des smoggesättigten Regens mit ihren Fließspuren daran haften blieben.

Und in diesem ganzen System von Mauern, zu dem das Gekritzel und Gekrakel der Information schließlich genausogut wie alles andere dazugehörte, in seiner Mitte sozusagen, standen hinter einem Bauzaun:

Die rissigen grauen Putzmauern eines Altbaues mit holzvernagelten Fenstern und einer roten Fahne im dritten Stock. Die rohen dunkelroten Backsteinmauern einer leerstehenden Fabrik mit Reihen über Reihen von eiseneingefaßten Fenstern, die oberste Reihe bisweilen nachts noch hell erleuchtet. Zwischen diesen beiden zog sich, kaum mannshoch, eine halbverfallene Backsteinmauer hin.

Und über diese schäumte, man kann es nicht anders sagen, eine Pflanze.

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(Wegerich und Schlangenhaut - Vom wilden Leben in den Städten, S.22)

7.8.07

Aktse, 21. Jan.

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An solch klaren Tagen ist die Farbe des Himmels azurblau, mit leuchtendem Grün unterlegt, im Zenit zum allerlichtesten Hellblau geweitet.

Am Abend sammelt sich dann das Lichtergrün rings um die Erde, wird klarer und intensiver, solange, bis von oben die Nacht sich sättigt, dunkles Blau weit nach unten sinkt, und in der letzten Helle des Übergangs der Abendstern flirrt. Aus ihm dann gebiert sich, ein über das anderemal, strahlendes Sternengelb in die zunehmende Schwärze des Firmaments hinein: Sternklare Nacht, glasklares Dunkel.

Heute wuchs daraus fahlgrünes Nordlicht hervor, leuchtete hinter dem Leib der Erde empor. Über dem weißen Rücken der Berge stand hellgrüner Lichterschimmer. Aus dem ragenden schwarzen Dreieck des Skierffe flackerten hellgrüne Flammen aus Licht empor. Lautlos zog sich ein hellgrüner Schleier aus Licht vor das Gewölbe der Sterne.

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(Bergtundra, S. 266)

Aktse, 21. Jan.

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Man beginnt im schattenlosen Licht des frühen Morgens zu steigen. Unter einem wird das Tal tiefer und tiefer, in den hohen Schneegipfeln der Ferne scheint Rosenrot auf.

Dann ist man über den Fichten und sieht tief unten die Eisfläche des Sees gebreitet, sieht, wie sich das große Delta dort unten hereinschiebt, mit weißen Flußarmen, erhobenen Inseln und eisgrünen Moorseen prunkt. Aus diesem Grund steigt der Schatten der Berge auf, und das Rosenrot sinkt zu ihm herab.

Schließlich erreicht man, zwischen den letzten Birken, in der sich öffnenden Weite des Kahlfjälls, die Wärme des Sonnentages:

Lichtreflexe sind im Schnee, Schatten heben das Relief jeder Windverwehung, jeder gestrichelten Eisfläche deutlich hervor, Hitze erfaßt den Körper. Ohne Jacke steigt man weiter, eisklare Luft berührt pulsierend blutwarme Haut, weiter und hoch.

Beginnender Driftschnee ist zu Wogen und Wellen verpackt, in Kanten ausgemeißelt, zerschliffen worden. Eisflächen aus grob verpreßten Kristallen fügen sich zu runden Mustern und schrägen Bahnen zusammen. Matte Flächen ziehen sich hoch, windverblasener Schnee hat sich hier auf einer dünnen Schicht Harsch verhakt und eine stumpfe Weichheit erzeugt, die beim Darüberfahren in dünnen Eisschollen hinunterbricht.

Weiter und höher, höher und weiter, bis nur noch Weite ist, weiße gerundete Formen und Linien ins Nirgendwo fallen, und tief, tief unten am Horizont die Hügel des Waldlandes blau in der Ferne vergehen...


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(Bergtundra, S. 264)

6.8.07

Aktse, 12. Jan.

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Etwas über das Glitzern des Schnees schreiben. Es ist natürlich von dessen Kristallstruktur abhängig, aber es entsteht nicht immer, und je nach Licht wird es anders.

Im Mondlicht ist kein Rot, kein Gelb, nur leichtes Grün, ein Hauch von Blau, so daß es fast durchsichtig scheint. Dieses klare Leuchten sammelt sich im Schnee und wird dort zu einem von unten heraufsteigenden, sanftweißen Glühen. Schatten schmiegen sich in seine Tiefe, durchsichtiges Schwarz, das dunstiges Grün in sich erahnen läßt. Darüber sind funkelnde, vierkantige Lichter ausgestreut, irren winzige, blendende Lichter umher. Sie gleißen mit jeder Bewegung anderswo auf, sind anderswo fort, schweben – wenn man still steht – bewegungslos über der Tiefe des Weißen. Von unten steigt eine Ahnung von Blau herauf, im weißen Glühen erscheint aufdämmerndes Grün. Und darüber sind Lichterfunken, farblos und rein.

Der Mond selbst ist befremdend fern davon, im Weltraum, gelb ge­rundet und voll.

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(Bergtundra, S. 246)

Aktse, 10. Jan.

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In der Nacht war das Licht des Vollmondes so stark, daß die Dinge auf der hellen Schneeoberfläche schwarze Schatten warfen. Und auf fernen Schneegipfeln schimmerte das Weiß licht.

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(Bergrtundra, S. 245)

3.8.07

Aktse, 9. Jan.

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Sturm in der Nacht. Vor der Tür eine hohe Schneewehe: ca. 20 cm Neuschnee. -12° C. Und immer noch wütender Wind.

Die Wolkenschicht hat sich etwas nach oben verzogen. Man sieht die ansteigenden Berghänge des Tales, den Felsenkern des Nammásj. Dahinter ist ein grauweißes Wetterloch, darüber eine geschlossene Wolkenfront.

Die üblichen Versorgungsarbeiten: Schnee von den Türen wegschippen, Abfallwasser zur Sickergrube bringen, Wasser aus der aufgehackten Stelle im Bach holen, Holz sägen und hacken. Heute durch den Sturm erschwert, durch den Neuschnee, den Driftschnee. Stellenweise watete man bis zu den Knien im losen Weiß, und die Spur, die man auf dem Hinweg zum Bach sich erarbeitet hatte, war auf dem Rückweg schon fast wieder zugeweht.

Der Wald hat sich in seiner oberen Hälfte fast ganz von der Schneelast befreit. Aber alles, was darunter liegt, ist jetzt natürlich um so mehr zugeschüttet. Auf den freien Flächen beginnen sich die charakteristischen Muster von freigeblasenen vereisten Schneeflächen und aufgehäuften Schneedünen abzuzeichnen.

Gegen 11 Uhr hatte der Wind die Wolkenschichten so weit auseinander- und fortgetrieben, daß das Grau sich an ihren verwehtesten Stellen rosa einfärbte, feine Wolkenschleier verblaßten weißrosa, rosa durchhauchte Helle erschien. Und dann sah man in lichtestes Himmelsblau, fällt dort förmlich hinein, verliert sich darin. Man muß das Himmelsblau aus dieser sieben Tage währenden Last des Dunkelgrauen und Dichten heraus erlebt haben, um wieder zu erfassen, was sein eisiges Hellblau ist: erster Schöpfungstag, der den Himmel von der Erde schied, Anfang aller Zeiten.

Sanfter Anstieg, runde Schwünge von den Hängen werden deutlich, schwarzer Fels steigt in die Wolken. Und im dunkelsten Grau der Ferne scheint langsam Lichterweiß auf, formt sich zu Gipfeln, zu makellosen weißen Körpern hoher Berge aus.

Wer sagt, daß nur des Menschen Schönheit Eros wecke, jenen schweren Schwindel, der berauschend aus der Mitte unseres Körpers steigt, hat keine Ahnung.

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(Bergtundra, S. 244)

1.8.07

Aktse, 8. Jan.

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Bedeckt, -7° C, leichter Schneefall, windstill. Und dunkel verdichtetes Grau. Es reicht fast bis an das Weiße heran und läßt nur ein diffuses Licht, in dem alle Unterschiede verschwimmen. Lange draußen gewesen: durch den Fichtenwald nach Osten, und dann über den See und über die Moorflächen wieder zurück. Unangenehme Nässe: Die dünnen Schneeflocken schmelzen auf dem Anorak, durchnässen ihn fast.

Der Wald wird immer mehr zum Chaos. Die Fichten halten sich ja noch einigermaßen, ihre Zweige werden vom Gewicht des nassen Schnees nur enger und enger an den Stamm gedrückt. Aber die Birken! Was gestern noch nicht gebogen war, das ist es heute oder wird übermorgen gebogen sein. Etliche Stämme hat es schon ganz hinuntergepreßt, bald wird man dort gar nicht mehr durchkommen. Und die Tiere sind wieder unsichtbar geworden, man findet nur noch Reste von überschneiten Spuren.


Und wo die Bäume vergehen, da ist von der Welt nur noch das Graue des Nebels, das Weiße des Schneegrundes zu sehen: ein diffuses Grauweiß, das keine Nähe und Ferne, kein Oben und Unten mehr kennt. Dort bleibt einzig noch die Stärke der eigenen Bewegung als Maßstab und Richtung, ein atmender Rhythmus, der einen schützt und einen weiterträgt, fort, bis wieder die Birken beginnen, man wieder tief im Birkenwald ist.

Hohe Streben und Bögen und Stützen fahren himmelwärts im Lichten und Weißen. Helle Stämme, dunkle Zweige neigen sich sanft zur Erde, zerfließen in Hügeln und Wellen von Weiß. Honigfarbene, hochgebogene Spitzen der Birkenholzskier verschwinden im Weißen des Grundes, fließen aus dem Weißen wieder hervor, verschwinden, erscheinen.

Und dann umschließt einen auf den freien Flächen wieder das Nichts: diffuses Grauweiß, dräuendes Dunkelgrau.

Aus ihm kamen, einmal, von der im Nebel verborgenen Flanke der Berge, die Rufe vom Raben.

Das Wetter wird sich ändern.


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(Bergtundra, S. 243)

31.7.07

Aktse, 5. Jan.

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Immer noch so warm, -5° C. Immer noch der gleiche, fast unsichtbare, kleinflockige, dünne Schneefall. Immer noch kein Wind.

Gestern, als es schon lange dunkel geworden war, vermeinte man ein leises Wispern und Säuseln zu hören, so leise, daß man im ersten Aufmerken unsicher blieb, ob es nur im Ohr und im eigenen Kopf oder auch draußen gewesen war. Dann wurde das Wispern stärker: Man ging im Dunkeln und fühlte den Wind, wie er leicht über das Land und um die Hütte strich.


Aber später war wieder nur mehr die Dunkelheit, bewegungslos, ohne Geräusch.

Doch bleiben die Augen nicht ganz in Blindheit verschlossen. Wenn man nur lange genug in das Dunkle blickt, so erscheint eine Ahnung von Helligkeit an seinem Grund. Das ist der Schnee, der in sich noch einen letzten Rest seines weißen Leuchtens bewahrt hat. Und in der Hütte zeichnet sich schwach die dunklere Masse von Gegenständen gegen das allgemein-umfassende Dunkel ab.

Das Wort „Winterschlaf“ nimmt eine neue Bedeutung an.
Der Schnee so lose und tief, daß man ihn nur mühsam passieren kann. Der Tag so dahingehaucht, daß man in seinem Wenigen kaum etwas ausrichten kann.

In der Mitte der Dunkelheit ist man, geborgen im Warmen und Weichen, fast schwerelos, und die Träume beginnen Körper zu haben. Unmerklich fühlt man, wie ihre Gestalten um einen sind, sanft einen berühren. Wenn man damit nicht vertraut ist, so kann das wie ein alter Kinderschrecken sich einschleichen: Draußen vor der Tür ist undurchdringliches Dunkel. Wo man sich auch hinwendet, so bleibt hinter einem das Dunkel. Und sacht fühlt man im Rücken die wachsende Gegenwart von etwas anderem.

Aber im Schrecken des Dunklen sind immer nur die Gedanken von dem, was vergangen ist. Man muß einfach die Gegenwart so belassen, wie sie jetzt ist.

Heute wurde es erst um 10 Uhr dämmrig, und um 3 Uhr war es schon wieder völlig dunkel. Igendetwas Tiefgraues und Schwarzes muß über mir sein und auf das Fleckchen Erde hier herunter­drücken, es in sich erdrücken. Der dunkelste Tag bisher.
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(Bergtundra, S. 239)

Aktse, 3. Jan.

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Und jetzt seit zwei Tagen wieder dieses alles umschließende, tief hinabgesunkene, undurchdringlich verdichtete diesige Grau.Es läßt von dem wenigen Tag nur das Wenigste übrig: verschwommenes Restlicht, wo selbst am Mittag das Weiße des Schnees noch lichter erscheint als das Graue darüber. In ihm vergehen alle Farben, verlöschen alle Konturen. Lautloser Schneefall, und dann wieder lange nichts mehr als das blicklose Dunkel der Nacht.

Im Wald liegt der lose Neuschnee gut 1/2 m tief. Man sinkt in ihn ein, fast als wären es Federn, und dann noch einmal ein wenig tiefer in den verfestigten Altschnee darunter. Aber das natürlich nur, wenn man lange und breite „Skogsskidor“ hat, sonst versänke man wahrscheinlich ganz. Die Birken sehen aus, als ob sie eine Schlacht überstanden hätten, müde gebeugte Helden von 4 oder 10 m Größe. Der Stamm neigt sich hinunter zum Boden, die Äste schleifen schwer in das Weiße. Selbst wenn man den Neuschnee abschüttelt, so bleiben die Zweige vom Weißen umklammert – irgendwo in der Tiefe ist harter Schnee, umschließt das Zweigwerk mit eisigem Griff.


Seit dem Elch vorgestern niemanden mehr gesehen, auch keine Meisen, und im Schnee keine Spuren. Das Land versinkt in dem steigenden Weiß, in dem sich zum Dunkel zusammenziehenden Dämmer. Selbst in der Luft ist kein Widerstand mehr, nur noch –5° C anstatt –33° C.

Und herzergreifend ist, wenn aus der langwährenden Tiefe des Dunkels dann doch wieder Dämmer erwächst, das Weiß des Schnees an Substanz gewinnt, der Fichtenwald sich als zartes Schwarz vor dem Grau abzuzeichnen beginnt, Schemen von Birkengeäst im aufhellenden Himmel erkennbar werden:


Nichts anderes ist der Mittwintertag als der Hauch eines Traumes im langsamen Atmen des schlafenden Landes.

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(Bergtundra, S. 236)

30.7.07

Aktse, 31. Dez.

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„Schwarzwinter“, „Mittwinter“, „Dunkelzeit“.

Trunken, trunken von Farbe. Grüner Himmel, satt hervorquellendes Rot, das ist der Morgen ohne den Sonnenkörper. Von ihm kommen nur die Farben und legen sich als Widerschein sanft auf die Erde – rosenrot im weißen Schnee der Berghänge, schneerosenrotweiße Gipfel der Ferne – bevor weiches Dunkel wieder alles verwischt.

Die Nacht des Weltraums ist ferner und strahlender, beherrschender im Herbst, wo ihre Schwärze bis auf die Erde reicht, alles umgreift. Jetzt bleibt am Grund ein diffuses Weiß, bleicht von unten die Schwärze des Himmels aus. Und in seiner dunkelsten Ferne scheint milchweißes Leuchten als Antwort herab, ein schwacher Abglanz unzählig dicht versammelter Sterne.

Im Mondlicht wuchsen die Birken als schwarze Gestalten hervor, lange Finger und Körper des Schwarzen streckten sich im schwachen Glimmer des Weißen empor. Darüber war nichts als die Wölbung des nächtlichen Himmels. In seiner funkelnden Tiefe zieht der Schleier der Milchstraße hin.

Als ich kam, war Grau tief herabgesunken. Diesig verdichtetes Grau verwischte die Konturen des Staudammes, der – einmal noch, am Ende der Straßen – drohend heraufwuchs. Im diesigen Nebelgrau verschwand Lennart, der mich und meinen Proviant für sechs Wochen mit dem Schneemobil heraufgebracht hatte. Der Lärm der Maschine war in wenigen Sekunden vom Grau gedämpft, ausgelöscht worden:

Im Mitt­winter braucht es nur ein einziges leichtes Aufatmen, um zu vergessen, daß es Menschen gibt. Die wenigen Hütten hier sind unerheblich, unberührt, außer vom Schnee, vom Wetter, vom Wind.

Stille.

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(Bergtundra, S. 235)




27.7.07

"Inlandsbanan"

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Dann habe ich mich schon ein bißchen gewundert, wieso hier die Schaffner alle blond, weiblich und jung waren und Goldtresen an der Uniform hatten, aber der Zug dagegen war ganz normal, jedenfalls für das skandinavische Hinterland, die üblichen alten Nachkriegswagen, gemütlich und breit, abgestoßen und abgenutzt. Nur daß er eben so merkwürdig fuhr, immer wieder anhielt, die Fahrt verlangsamte, aber das klärte sich dann, als dazu eine Lautsprecherstimme begann, das zu erklären, was man nicht sah – also etwa daß diese Schotterstraße dort zu jenem Kraftwerk hinun­ter­führte, oder in diesen alten Holzbaracken einst die Eisenbahnarbeiter gewohnt hatten.

Und dann gab es da natürlich auch noch den Polarkreis. In diesem Fall war das ein weiterer Schotterweg, und daneben hatten Samen zwei Zelte aufgeschlagen und boten Souvenirs „made in Hongkong“ an. Ich weiß das so genau, weil hier die Touristen sogar aussteigen durften, um zu fotografieren und etwas zu kaufen. Und dann gab es noch eine Holzhütte, die war einmal ein Bahnhof gewesen, und noch ein verkommenes altes Holzhaus, da hatte einmal ein Heimatkünstler gewohnt...

Ja, es hatten die Verantwortlichen wirklich alles zusammengetra­gen, was auch nur annähernd als Attraktion herhalten konnte, und das muß keine geringe Mühe gewesen sein, denn es trifft sich nun einmal so, daß die Strecke der Eisenbahn hier durch eine wahrhaft von Gott verlassene – und dementsprechend elendig häßliche – Gegend führt.

Die Gletscher haben im ausflachenden Land den Schotter abgeladen und liegen lassen, darüber stockt Wasser, ist an Nährstoffen armes, eintöniges Moor, dürre Kiefern sind trübselig in der Weite verteilt. Das geht so, Kilometer um Kilometer, Meile um Meile:Schütterer Kiefernwald, wasserschwappendes Moor und Geröllfelder dazwischen. Man wünscht sich schon deswegen fort, und dazu noch stehen die Mücken dort, in dichten Schwärmen, und die Hitze lag erdrückend über dem Land, eine jener zum Meer vorgeschobenen kontinentalen Hochdruckzonen.

Neben mir saßen, massig, verschwitzt, schwedische Urlauber und aßen Kartoffelchips, Fleisch quoll über die kurzen Hosenbeine am Schenkel hervor, vom Nacken breitete sich Röte über das fettglänzende Gesicht.

Und dann gab es da auch noch die Rentiere. Was wäre Lappland ohne die Rentiere! Sie werden inzwischen, wie etwa die Kühe in Texas, in freilaufenden Herden gehalten, zugefüttert und einmal im Jahr zusammengetrieben und abgeschlachtet. Und jedesmal nun, wenn so ein Tier träge wiederkäuend in der Gegend herumstand und glotzte, fuhr der Zug noch einmal langsamer, und eine engelsgleiche Stimme flötete aus dem Lautsprecher „Reindeer to the left“, „Reindeer to the right“:

Ich war in der „Inlandsbahn“ gelandet. Dort gab es zwar keine Getränke zu kaufen, aber dafür wird den Fremden das Land gezeigt: „Reindeer to the right“.

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(Bergtundra, S. 57)







26.7.07

Sápmi - real life - yeah!

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Und so kommt es denn, daß sich hier, im Windschatten der Geschichte, die allerdramatischsten Kämpfe abspielen, in denen es immer zugleich um nichts und um alles geht:

Um nichts, weil die Situation, eingeschränkt wie sie nun einmal ist, ohnehin nur noch marginale Restbestände des Daseins in den möglichen Verfügungsbereich rückt. Um alles, weil eben deswegen in jede Winzigkeit das ganze Gewicht des Verlorenen und Erhofften hineinprojiziert und – stellvertretend für alles, was nicht möglich ist – in dieser Winzigkeit ausgetragen und ausgelebt wird.

Und weil so immer alles zugleich immer vollkommen nichtig und alles entscheidend ist, ist im Kampf um die Sache auch jedes Mittel erlaubt und jedes Vorgehen rechtens:



Ganz normale Unterschichtenfamilien – sie als Saisonarbeiterin in der Fischverarbeitungsindustrie, er als Langzeitarbeitsloser etabliert – beharren, als ginge es um ihr Leben, mit erbitterter Empörung auf dem Recht, am Sonntag, beim Angelausflug, selbst die letzten Meter zum Fluß noch mit dem Auto zu fahren und dabei durch die Büsche und die Ufervegetation zu brechen. Ja, sie scheuen sich nicht, das Ganze auch noch als tiefsten Ausdruck der samischen Identität einem ausländischen Kamerateam vorzuführen, unter dessen mithelfender Regie dann schließlich selbst das gewöhnliche Grillen von mitgebrachten, im Supermarkt eingekauften Würstchen zum Ausdruck eines uralten, mystischen Einklangs mit der Natur gerät...


Gänzlich triviale, ja schlichtweg mühsame und deshalb schon fast völlig zum Erliegen gekommene Tätigkeiten wie etwa im Herbst in die Wälder zu gehen und dort Beeren und Pilze zu sammeln, mutieren, sobald sie in den samischen Kulturkreis geraten, zu bedeutungsschwangeren Akten, von denen das seelische Überleben eines ganzen Volkes abhängt, so daß – weil anders die Durchführung heute nicht denkbar erscheint – man hierfür natürlich einen Geländewagen mit Anhänger braucht, geländegängige Minitraktoren und die entsprechende Ausnahmegenehmigung für deren Benutzung in der ansonsten streng geschützten Natur selbstverständlich dazu...

Und berühmt und berüchtigt sind inzwischen die Winterwochenenden in der Finnmarksvidda, wo alkoholisierte Männergangs auf Schneemobilen, mit denen man eigentlich nur fahren darf, wenn es für die Berufsausübung zwingend notwendig ist, durch die vorgeblich so geschätzte Ödnis brausen und zur Krönung des Ganzen in gemeinnützig finanzierten Wanderhütten zu einem gründlichen Abendbesäufnis zusammentreffen.

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(Bergtundra, S. 300)

25.7.07

Fakten über Norrland

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Holz. 23 Millionen Kubikmeter: Geschlagen im Winter 1997/98. 29,6 Millionen Kubikmeter: Geschlagen im Winter 1996/97. 30,4 Millionen Kubikmeter... Macht im Durchschnitt 650 Quadrat­kilome­ter Kahlschlag pro Jahr.

55.000 Tonnen Kupfer. 45 Tonnen Silber. 0,0015 Tonnen Gold. Jährlich. Gewonnen aus 18.000.000 Tonnen Roherz. Sie reißen die Erde auf, sie tragen die Berge ab, sie lassen den Abraum zurück. 17.944.995 Tonnen Gesteinsabraum pro Jahr.

Und Eisenerz. 940.000.000 Tonnen Eisenerz allein aus der Grube in Kiruna, das mit der Bahn zu dem Hafen in Narvik verfrachtet wird. In die Wälder schlagen sie Schneisen, entwässern die Moore mit gewaltigen Rohren, sprengen in ragende Felsen Wege hinein und füllen die Trassen mit Schotter auf, legen Schienen, gießen Asphalt –

Straßen, in die Tiefe der Wälder hinein, um das Holz dort zu holen, und Trassen, durch Wälder gerissen, durch Moore und Berge, um in den Zentren der industriellen Welt zu verkaufen, was hier, an der Peripherie des Geschehens, zu finden gewesen war.

Ich weiß noch, wie ich einmal, mitten dazwischen, wo es von der Zivilisation nichts anderes als eben die Straße gibt, wie sie, endlos, hinauf und hinab, nach Süden, nach Norden führt, den Bus anhalten ließ, um an dieser Stelle eine Wanderung in das Land zu beginnen, und dann dort, zurückgelassen, am Straßenrand stand. Der Asphalt flimmerte in der Hitze und war, nach links und nach rechts, bis zum Horizont hin, bar jeder Bewegung, verlassen. Neben mir, im groben, verstaubten Schotter, lag, schmutzig-verdreckt, der Rucksack. Dann ging es gut 1,50 m hinunter, dort stand trübe das Wasser, dann war da wieder die Schotterauffüllung, spärlich bewachsen, 2 m hinauf.
Stell dir bloß vor, dachte ich, so etwas Dämliches, wenn man jetzt beim Rumkraxeln auf diesem Schottergeröll hinfällt und sich das Knie aufschlägt. Oder wie es aussähe, vom Auto aus, wenn das Wasser unten so tief ist, daß es über die Stiefel geht und ich die Regenhose anziehen muß, um durch den Drainagegraben zu waten.


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(Bergtundra, S. 76)